Wer seinem W3 den Winter erspart, der sollte ein paar Dinge beachten, damit das Auto über die Ruhezeit nicht "leidet". Der minimale Aufwand, den man beim Einwintern betreiben muss ist gar nicht mal groß, wie immer im Leben kann man sich aber auch mehr Arbeit machen. Einen guten halben bis ganzen Tag sollte man aber einkalkulieren, wenn man es vernünftig machen will.
Was ist also zu tun?
Reinigung:
Eine gründliche Außenreinigung ist Pflicht! Dabei sollte man nicht vergessen, dass auch mal alle Ecken und Ritzen gereinigt werden, die sonst gerne mal vergessen oder von der Waschanlage nicht erreicht werden. Wichtig ist dann, dass gerade diese Stellen auch gut trocknen können. An einem schönen warmen Tag ist das Trocknen i.a. kein Problem, ist das Wetter nich so toll, sollte man ggf. etwas nachhelfen (ggf. mit Druckluft). Da man eh schon gründlich putzt, das/die Auspuffendrohr(e) nicht vergessen, ist ja auch schnell gemacht.
Natürlich sollte auch der Innenraum gründlich gereinigt werden, insbesondere die Lederausstattung wird es danken.
Pflege/Konserivierung:
Nach dem Reinigen kommt natürlich das Pflegen. Dazu gibt es mehr als genug spezielle Mittelchen. Wichtig ist auf jeden Fall, den Lack gut zu pflegen und konservieren. Auch die Kunststoff- und insbesondere die Lederteile im Innenraum sind zu behandeln und das Verdeck selbstverständlich auch.
Anmerkung: Ich will hier keine Empfehlung für Pflegemittel abgeben, dazu gibt es im Forum genügen Infos und es ist ja auch sehr nach dem eigenen Gusto, was man her nimmt.
Dichtungen/Scheibenwischer:
Die Dichtungen mit speziellen Mitteln pflegen, damit sie nicht spröde und rissig werden. Gut geeignet ist ein Hirschtalgstift, aber natürlich auch die anderen speziellen Mittelchen, die es für den Zweck so gibt.
Die Scheibenwischer kann man schonen, in dem dafür sorgt, dass sie nicht auf der Windschutzscheibe auf liegen. Hochklappen der Wischerarme ist dabei natürlich die einfachste Lösung, verträgt sich aber nicht mit dem Abdecken vom Auto. Daher einfach einen Korken oder ein Stückchen Schaumstoff o.ä. so zwischen Wischerarm und Scheibe klemmen, dass die Wischerblätter nicht mehr auf der Scheibe aufliegen.
Schmieren:
Die beweglichen Teile (i.a. Scharniere/Türschlösser) sind zu schmieren. Für die Scharniere nehme ich am liebsten Kettensprühfett für Motorrad- bzw. Fahrradketten, das ist ist einerseits zunächst sehr kriechfähig, kommt also überall gut hin. Später wird es dann aber deutlich fester und anhaftender, konserviert also richtig schön und lange. Fürs Türschloss besser ein normales Öl oder ein spezielles Mittelchen. Wichtig beim Schmieren ist, nicht zu viel und nicht zu wenig zu verwenden. Überschüssiges Fett/Öl am besten mit einem Lappen entfernen, sonst gibt es zwar harmlose aber unschöne und hartnäckige Flecken auf dem Lack und die meist an Stellen, wo man schlecht hin kommt.
Motoröl:
Hier scheiden sich die Geister... die eine Meinung ist, das Öl nach der Winterpause zu wechseln, damit man zur Saison schönes frisches Öl drin hat.
Die andere Meinung (die auch ich vertrete) ist, dass man das Öl vor der Winterpause wechseln soll. Altes Öl hat den Nachteil, dass es mit Schmutz und agressiven Stoffen belastet ist, was für den Motor nicht so gut ist. Daher empfehle ich eben den Ölwechsel vor der Winterpause, das frische Öl schützt den Motor optimal vor Korrosion und pfegt auch die Dichtugen besser. Außerdem altert das Öl in der Ölwanne ja auch nicht sonderlich stärker als im Kanister, denn in der Ölwanne ist es ja kühl und dunkel.
Bremsflüssigkeit:
Die Bremsflüssigkeit sollte alle 2 Jahre gewechselt werden. Wenn ein Wechsel ohnehin bald fällig wäre, dann empfiehlt es sich, diesen noch vor der Ruhepause zu machen. Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, zieht also Wasser an und das kann dann zu Korrosion an den Bremszylindern führen. Es ist kein Muß, aber ein zeitiger Wechsel spart vll. eine kostspielige Reparatur.
Tank:
Da der W3 einen Blechtank hat, erübrigen sich Diskussionen. Es ist ganz klar, dass man den voll tanken muss, damit sich kein Kondenswasser bilden kann.
Reifen:
Den Reifendruck sollte man deutlich erhöhen, ca. 3-3,5 bar sind empfehlenswert, um Standplatten zu vermeiden. (Hinweis. der max. zul. Druck steht auf der Seitenwand vom Reifen drauf, den nicht überschreiten!). Gegen Standplatten gibt es auch spezielle
Reifenunterlagen, die sind sehr nobel, aber übertrieben. Der W3 ist sehr leicht und mit guten Druck auf den Reifen gibt es auch kein Problem. Zudem gibt es einen billige Alternative: Hartschaumplatten (nicht zu harte nehmen) aus dem Baumarkt; die tun das ganz genauso.
Man kann da Auto auch aufbocken, das schont die Reifen natürlich sehr, nur sollte man dabei beachten, das man das Auto nur etwas anhebt, so dass das Fahrwerk nicht vollständig ausgefert ist. Letzeres wäre u.U. schlecht für die Dämpfer.
Wer einen Satz alte Serienräder hat, der kann die drauf machen und die anderen Räder optimal lagern. (Dunkel und kühl, an der Wand hängend oder am Boden liegend, ggf. übereinander gestapelt.)
Batterie:
Die Batterie entweder abklemmen (Beim Ausbau immer zuerst die Masse abklemmen, dann erst den + Pol; beim Einbau umgekehrt) und aubauen, um sie (voll geladen, ggf. zwischendurch nachladen) an einem warmen und trockenen Ort zu lagern oder einfach im Auto belassen und ein Ladegrät mit "Erhaltungsladung" dran hängen bzw. ab und an nachladen.
Verdeck/Fenster:
Das Verdeck sollte man natürlich auf keinen Fall offen lassen (Knicke/Falten), man sollte es aber auch nicht unter voller Spannung geschlossen lassen. Einfach das Verdeck zu machen, aber nicht verriegeln, dann ist es gut versorgt. Die Fentster sollten auch einen Spalt offen sein, damit der Innenraum durchlüftet ist. (Alles natürlich nur, wenn man einen sicheren Abstellplatz hat!)
Abdecken:
Ist der kleine Flitzer dann perfekt vorbereitet abgestellt, sollte man ihn auch Abdecken, damit er nicht zustaubt oder schlimmer noch verkratzt oder Vogeldreck darauf landet. Hierzu auf keinen Fall billige Baumarktfolie o.ä. sondern atmungsaktives Material verwenden. Alte Bettlaken eignen sich bereits, es gibt aber auch schöne käufliche Lösungen in den verschiedensten Preisklassen (z.B.
Autopyjama), da bleibt kein Wunsch offen.
Wenn man das alles beherzigt, dann steht dem sofortigen Fahrspaß nach dem Winter nichts im Wege. Ggf. ist natürlich die Batterie einzubauen.
Auf keinen Fall vergessen: Den Reifendruck richtig einstellen, bevor es wieder los geht!
Anmerkung: Ich denke, ich hab das Wesentliche erschlagen, gute Anregungen und Fehlerhinweise werden natürlch gerne übernommen.