
Danke, Herr Bernhard! Darauf haben wir lange gewartet. Der VW-Markenchef führt in Wolfsburg endlich eine Sprache ein, die neben Vokabeln wie Modulbauweise, Synergieeffekte und Kosteneffizienz auch das Wort Spaß beinhaltet. Beobachten läßt sich diese Öffnung in Richtung Spaßgesellschaft und junger Familien besonders gut am Polo V. Der für VW enorm wichtige Kleinwagen soll im September 2008 auf den Markt kommen – und hat eine schwierige Entstehungsgeschichte hinter sich. Ursprünglich wollte man sich auf nur zwei Versionen beschränken, Fünftürer und MPV. Dann kam Wolfgang Bernhard und brachte die Themen Fun und Fahrfreude ins Spiel. Verpacken wollte er diese Spaß-Offensive in der Form eines Roadsters, eines kleinen SUV und dazu noch in einem Variant. Das Problem: Keines dieser Modelle rechnete sich, außerdem tat sich VW schwer mit der Abgrenzung der Polo-Familie – nach oben gegen den Fox.
Theoretisch wäre es sogar möglich gewesen, das gesamte Polo-Thema (Dreitürer, Fünftürer, Van, Variant) als Brasilien-Import auf Fox-Basis durchzuziehen. Doch dagegen sprachen die stark unterschiedlichen Ansprüche an Qualität und Technik. Am Ende war es der Vertrieb, der die Weichen stellte. Er forderte – und bekam – den Dreitürer als aggressiv gepreiste Waffe gegen Corsa, Fiesta, Clio und Grande Punto. Er garantierte ein stabiles Stückzahlengerüst für den Van als Antwort auf Meriva, Fusion, Modus. Und er favorisierte als vierte Variante ein viersitziges Cabrio, das in die Lücke zwischen Peugeot 206 CC und 307 CC oder zwischen Opel Tigra TwinTop und Astra TwinTop zielt. Und das dem Polo jüngere Käufer erschließen soll.
